Spinat

Foodfacts

Spinat

macht nicht nur Popeyes glücklich!
Spinat ist gesund und gibt Kraft, das wusste schon Popeye, der berühmte Comic-Matrose. In den 1930er-Jahren stieg dank Popeye der Spinatkonsum in den USA um 33 % an. Sicher ist inzwischen allerdings, dass man allein vom Spinatessen keine Muskelberge bekommt. Aber gesund und vielseitig ist das grüne Kraftpaket allemal.

Redaktor/in Meta Hiltebrand

Herkunft
Spinat gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und hat seinen Ursprung vermutlich in Persien. Durch arabische Händler wurde er über Spanien nach Europa gebracht, wo er sich rasch als beliebtes Blattgemüse etablierte. Heute ist Spinat aus der Küche nicht mehr wegzudenken, vielseitig, schnell zubereitet und reich an wertvollen Nährstoffen, hat er sich einen Platz in unseren – oder sagen wir in den meisten – Herzen erkämpft.

Botanik
Botanisch gesehen gehört der Echte Spinat (Spinacia oleracea), der auch Gemüsespinat, Gartenspinat oder kurz Spinat genannt wird, zur Unterfamilie der Gänsefussgewächse. Sie gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist somit mit Randen und Mangold verwandt. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen jungem Blattspinat, der roh gegessen oder nur kurz gegart wird, und dem kräftigeren Winterspinat, der sich besonders gut für warme Gerichte eignet.

Nährstoffbombe
Schon Popeyes körperliche Kräfte steigerten sich ins Übermenschliche, wenn er Spinat ass – dies ist mit dem hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen im Spinat erklärbar. Unser Spinat ist also eine wahre Nährstoffbombe. Der Comic-Popeye war übrigens kein Zufall, er wurde bewusst mit Spinat in Verbindung gebracht, um den Gemüsekonsum bei Kindern zu fördern. Spinat liefert unter anderem Vitamin A, C und K sowie Folsäure, Eisen und Magnesium. Der früher verbreitete Mythos von einem
extrem hohen Eisengehalt beruhte zwar auf einem Rechenfehler, dennoch trägt Spinat aufgrund seiner Mikronährstoffe zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Umso spannender, dass Spinat am häufigsten von Frauen ab 50 gegessen wird. Obwohl er doch für uns alle sehr gesund ist und auch richtig lecker sein kann.

Der Alleskönner in der Küche
Unser Multitalent passt einfach zu allem: Pasta, Eierspeisen, Fisch, Fleisch, als Füllung für Strudel oder in der klassischen Variante Ricotta-Spinat-Ravioli, die auf so vielen Speisekarten zu finden sind. Roh als Salat, kurz gedünstet, püriert als Sauce, überzeugt er durch seinen mild nussigen Geschmack. Es gilt zu beachten, dass beim Garen ein äusserst hoher Volumenverlust stattfindet, eine ganze Pfanne voller frischen Spinats ist plötzlich nur noch ein kleines Häufchen. Durch zu langes Kochen oder Wiederaufwärmen verliert er auch seine schöne grüne Farbe.

Um die Nährstoffe zu erhalten, ist eine kurze Zubereitungszeit das Wichtigste. Nur so erleben wir die volle Wirksamkeit von Nährstoffen, Farbe und Geschmack. Frischer Spinat sollte schnell zubereitet werden, da die Nährstoffe sonst verloren gehen. Tiefkühlspinat wird direkt nach der Ernte verarbeitet
und hält die Nährstoffe stabiler. Beim Einkauf sollen die Blätter frisch, knackig und ohne gelbe Stellen sein. Frischer Spinat ist empfindlich und sollte gekühlt aufbewahrt und rasch verarbeitet werden. Handelsüblich ist er frisch als Jungspinat, Winterspinat oder tiefgefroren gehackt mit und ohne Rahm oder blanchiert in ganzen Blättern erhältlich.

Anbau
Dank seiner Anspruchslosigkeit und der kurzen Wachstumszeit (6–8 Wochen) wird Spinat inzwischen in vielen Ländern angebaut und zählt zu den wichtigsten Blattgemüsen weltweit. Global gesehen wird Spinat vor allem in Regionen mit gemässigtem Klima kultiviert. Der mit Abstand grösste Produzent ist China, das einen überwiegenden Teil der weltweiten Spinatmenge liefert. Daneben spielen auch die USA, Japan, die Türkei und verschiedene europäische Länder eine Rolle. Ein Grossteil des Spinats wird nicht nur frisch, sondern industriell weiterverarbeitet, vor allem Tiefkühlspinat, der ganzjährig verfügbar ist und einen konstanten Qualitätsstandard bietet. Vor allem Spinat, der für die Weiterverarbeitung gedacht ist, wird oft mechanisch geerntet. Es wird geschätzt, dass 2025 weltweit 35–36 Millionen Tonnen Spinat geerntet wurden.

Spinat ist ein einjähriges Blattgemüse mit dunkelgrünen Blättern an dünnen Stielen, die sich aus einer tief in den Boden reichenden Pfahlwurzel entwickeln. Dabei bildet er eine dichte, sattgrüne Blattrosette aus glatten oder krausen Blättern an einem blassgrünen, aufrecht wachsenden Stängel. Als sogenannte Langtagpflanze benötigt Spinat bis zur Blütenbildung viel Licht und kurze Dunkelphasen. Dadurch sind allerdings viele Sorten im Hochsommer durch Hitze und Licht sehr blühgefährdet. Wenn der Spinat zu schnell blüht, bildet er einen herben Geschmack. Das Blattgemüse wächst rasch und bringt besonders bei kühlfeuchter Witterung eine üppige Ernte hervor. Es gibt etwa 50 verschiedene Sorten. Einige davon werden nur im Frühjahr angebaut, andere, wie der Winterspinat, halten an windgeschützten Orten bis zu -12 °C aus. Die Saison in der Schweiz reicht von März bis November. Schon nach 6–8 Wochen können die ersten Blätter des Spinats geerntet werden, später dann die ganze Rosette. Die Wurzeln allerdings können in der Erde bleiben, durch Abgabe von Saponinen fördern sie das Wachstum von benachbarten Pflanzen und von Folgekulturen.

Fazit
Manche mögen den Geschmack von Spinat nicht, doch über die Jahre verändert sich unser Geschmacksinn, er reift sozusagen mit uns. Und wer weiss, vielleicht wird es ja Ihr Lieblingsgemüse.
Ob klassisch, modern oder kreativ interpretiert, Spinat ist ein unkompliziertes, gesundes und vielseitiges Gemüse, das in keiner Küche fehlen sollte.

 

Rezepte:

Eblyauflauf mit Rauchlachs

Frühlings-Shakshuka mit Räucherforelle und Ei

Pappardelle rosso-verde

Hüttenkäse-Spinat-Tätschli

Reisnudeln an Spinat-Kokossauce mit Flusskrebsen

Spinatknödel auf Rohschinken

 


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