Topinambur – unscheinbar gut

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Topinambur – unscheinbar gut

Topinambur ist noch ein Geheimtipp in der Küche. Noch. Denn wer sie einmal gegessen hat, merkt schnell, dass sie viel mehr als einfach nur ein Kartoffelersatz ist.

Redaktor/in Meta Hiltebrand

Verwendung
Wer Topinambur noch nicht kennt, sollte sich unbedingt mal an dieses unscheinbare Wurzelgemüse heranwagen. Sie lässt sich sehr vielseitig zubereiten und hat einen leicht nussigen Geschmack. Optisch erinnern die Knollen ein wenig an Kartoffeln. Sie können sowohl roh als auch gekocht gegessen werden, als Suppe, Püree, Auflauf, Salat und vieles mehr. Wer mag, kann die Schale mitessen. Die Wunderwurzel kann wie eine Kartoffel verarbeitet werden und ist sogar roh ein wahrer Genuss.

Lagerung
Von Oktober bis März hat Topinambur Saison und ist auf Wochenmärkten und in auserlesenen Supermärkten zu finden. Die Knollen sollten fest, knackig und ohne Runzeln sein. Topinambur
ist nicht lagerfähig, darum am besten nach dem Kauf in ein feuchtes Tuch einwickeln und im Kühlschrank lagern. Möglichst nach wenigen Tagen verbrauchen.

Herkunft
Botanisch gesehen ist Topinambur (Helianthus tuberosus) eine Pflanze, die zur Familie der Korbblütler zählt und daher mit der Sonnenblume verwandt ist. Als Nutzpflanze wird ihre Sprossknolle
als Wurzelgemüse für unsere Ernährung genutzt. Topinambur kennt man auch unter anderen Namen – zum Beispiel Erdapfel, Erdbirne, Jerusalem-Artischocke, Erdartischocke oder Ross-Erdapfel (da einst an Pferde verfüttert). Ursprünglich stammt sie aus Nord- und Mittelamerika. Die Franzosen
benannten die Pflanze nach einem Indianerstamm (Tupinambá) der gerade zufällig auf Besuch war, und brachten sie nach Europa. Parallel einigten sich päpstliche Gärtner auf girasole articiocco (Sonnenblumen-Artischocke).

Anbau
Zuerst wurde Topinambur als Nahrungsmittel angebaut, im 19. Jahrhundert waren die Knollen ein wichtiges Nahrungs- und Futtermittel. Vor allem in Frankreich genoss die Topinambur nach ihrer Einführung im 17. Jahrhundert grosse Popularität. 1750 jedoch wurde die süsslich schmeckende Knolle weitgehend von der ergiebigeren Kartoffel verdrängt. Heute wird Topinambur auf fast allen Kontinenten angebaut, Hauptanbaugebiete befinden sich in Nordamerika, Russland.

Australien und Asien.
Die anspruchslose Pflanze wird im Sommer bis zu drei Meter hoch und bildet dekorative gelbe Blüten. Unter der Erde wachsen pro Pflanze bis zu zehn Knollen. Die mehrjährige Staude lässt
sich gut im eigenen Garten anbauen, allerdings wuchert sie stark. Wer sie anpflanzt, sollte daher eine Wurzelsperre anlegen. Weil die Knolle fest verwachsen ist, braucht sie auch etwas mehr Kraft, sie zu ernten, als Kartoffeln, die nur ausgegraben werden müssen.

Nährstoffe:
Topinambur ist kalorienarm, fettarm und liefert wertvolle Ballaststoffe, die unserer Gesundheit zugutekommen. Die Vitamine C, B, Provitamin A und Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Eisen
sind vertreten. Im Gegensatz zur Kartoffel enthält Topinambur keine Stärke, sondern nur den Ballaststoff Inulin. Da sich Inulin kaum auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, eignet sich die Knolle auch perfekt für Diabetiker. Davon kommt ein weiterer Spitzname: Diabetiker-Kartoffel. Die Wunderknolle ist zudem auch eine echte Ballaststoffbombe, schon 200 g der Knolle decken beinahe die täglich empfohlenen 30 g Ballaststoffzufuhr. Dies ist nicht nur für die Sättigung gut, sondern hat auch eine präbiotische Wirkung. Inulin gehört zu den löslichen Ballaststoffen, welche die Darmflora stärken und
so unsere Verdauung und Gesundheit positiv beeinflussen. Mit 30–35 kcal gehören sie zudem zu den kalorienärmsten Knollen überhaupt.

Topinambur ist eine dieser stillen Schönheiten der Küche, unscheinbar auf den ersten Blick, aber voller Charakter und Überraschung. Ihr feiner, nussiger Geschmack, ihre Leichtigkeit und Vielseitigkeit machen sie zu einem wahren Schatz für alle, die gerne bewusst und kreativ kochen. Ein kleines Stück Natur, das es verdient, öfter im Rampenlicht zu stehen.

Red Snapper

Pouletragout mit Topinambur

Topinambursalat

Topinambur-Haselnusssuppe

 


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