Adventskalender: Der schönste Kalender der Welt

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Adventskalender: Der schönste Kalender der Welt

Jedes Kind liebt ihn abgöttisch, jeden Tag ein neues Törchen, das geöffnet werden darf, eine neue Überraschung, Schokolade, ein farbiges Bild oder selbst gemachte Päckchen. Es gibt ihn für Jung und Alt, von klassisch bis modern, mit allem, was das Herz begehrt. Viele Firmen bieten eigene Varianten mit ihren Produkten an. Manche Erwachsene tun sich zu einer Gruppe zusammen und basteln persönliche Kalender. Unzählige Varianten sind im Umlauf und doch haben alle denselben Hintergrund: Sie zeigen die verbleibenden Tage bis Weihnachten an.

Redaktor/in Meta Hiltebrand

Bedeutung Advent
Das lateinische Wort «adventus» bedeutet «Ankunft» – die Adventszeit verweist auf jene von Jesu Christi, dessen Geburt wir am 24. Dezember feiern. Lange schrieb die Kirche für diese Zeit Fasten und Beten vor. Feiern war verboten. Nicht einmal festlich heiraten war erlaubt in den Wochen vor Weihnachten. Seit 1917 verlangt das katholische Kirchenrecht kein Fasten mehr.

Ursprung
Den allerersten dokumentierten Adventskalender erschuf der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern 1839 für die Kinder eines Kinderheims, um die Wartezeit bis zur Weihnacht überschaubarer zu machen. Er stellte pro Tag eine Kerze auf ein Wagenrad, für jeden Adventssonntag eine dickere. So schuf er zugleich zwei Traditionen: die des Adventskranzes, der heute nur noch die Adventssonntage zählt, und diejenige des Adventskalenders, der alle Tage bis Weihnachten zählt.

Der erste selbst gebastelte Adventskalender aus Privathaushalten stammt vermutlich aus dem Jahr 1851. Im 19. Jahrhundert folgten weitere Varianten. Familien hängten 24 kleine Bilder nach und nach an die Wand, oder sie zeichneten 24 Kreidestriche an die Wand oder die Tür und die Kinder durften jeden Tag einen wegwischen. Weitere Formen des Adventskalenders waren zum Beispiel die Weihnachtsuhr oder eine Adventskerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt wurde.

Die Entwicklung zum modernen Adventskalender
Um 1902 brachte eine evangelische Buchhandlung in Hamburg den ersten gedruckten Kalender heraus. Sechs Jahre später folgte der Münchner Verleger Gerhard Lang mit einem Kalender, bei dem Kinder kleine Bilder ausschneiden und aufkleben konnten. Später kamen die ersten Türchen hinzu, ein Konzept, das bis heute beliebt ist. In den 1950er-Jahren etablierte sich die Befüllung mit Schokolade, die inzwischen ein Klassiker geworden ist.

Arten von Adventskalendern
Es gibt unzählige Formen von Adventskalendern:

  • Klassisch mit Schokolade oder Bildern.
  • Spielzeug- und Produktkalender (z. B. Kosmetik, Tee, Kaffee, Gewürze, Spirituosen).
  • Digitale Adventskalender im Internet, oft mit Spielen, Rezepten oder Gewinnspielen.
  • Selbst gemachte Kalender mit liebevoll verpackten Kleinigkeiten, individuell auf die beschenkte Person abgestimmt.
  • Nachhaltige Varianten aus Stoff oder Holz, die jedes Jahr neu befüllt werden können.

Spannende Fakten

  • Der grösste Adventskalender der Welt stand 2007 in Leipzig: Ein 857 m² grosses Gebäude wurde zur Kalenderfassade umgestaltet.
  • In manchen Regionen gibt es lebendige Adventskalender, bei denen Nachbarn sich abwechselnd treffen, um gemeinsam zu singen, Geschichten zu lesen oder kleine Leckereien zu teilen.
  • Der Adventskalender ist heute ein internationaler Brauch. Auch in Ländern ohne lange christliche Tradition erfreut er sich grosser Beliebtheit, oft auch als Lifestyle- oder Marketingprodukt.
  • Zwar gibt es keine exakten Angaben zu den Verkaufszahlen von Adventskalendern in der Schweiz, doch Schätzungen zufolge sind es jährlich 3–6 Millionen Adventskalender, die verschenkt und verkauft werden.
  • Deutschland produziert und verkauft jährlich etwa 80 Millionen Adventskalender, wobei rund 30 Millionen davon exportiert werden, hauptsächlich nach Österreich und in die Schweiz.
  • Neben den kommerziellen Kalendern gibt es in der Schweiz auch die Tradition der Adventsfenster, bei denen Häuser festlich dekoriert werden. Diese werden meist im Dorf oder im Quartier organisiert und öffnen jeweils für einen Tag.
  • Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion von Adventskalendern wegen Rohstoffknappheit in Deutschland zeitweise verboten. Nach dem Kriegsende wurden sie sofort wieder populär, vor allem mit dem Wirtschaftswunder in den
    1950ern.

Knäckebrot

Schokoladen-Cantuccini

Kräuterbutter-Trockenmischung


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