Beginnen wir von vorne. 2013 wurde eine gemeinnützige Stiftung ins Handelsregister eingetragen. Dabei wurden das Wohn- und Beschäftigungsheim Sternbild mit dem Zentrum für Arbeit und Beschäftigung (ZAB) sowie die Wohnpsychiatrie Aargau zusammengelegt und die bestehenden Angebote unter ein Dach gebracht. Der Grundgedanke dieser Stiftung war von Anfang an, erwachsenen Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen, insbesondere auch Menschen mit stark herausforderndem Verhalten, Wohn- und Arbeitsplätze zu bieten, Selbstständigkeit zu fördern und mithilfe ihrer Werkstätte und der Gastronomiebetriebe für sie einen Platz in der Gesellschaft zu erhalten.

Maritimes Wahrzeichen der Stiftung FARO: Der Leuchtturm.
Das Gelände der alten Kabelfabrik.
Schauen wir uns die Gastronomie an: Hier wird einiges geboten – zum Beispiel in der La Cantina, dem Restaurant mit Industriecharakter. Das Lokal lädt zum Verweilen ein, die saisonale, frische Küche bietet jeden Tag zwei verschiedene Menüs mit Salat oder Suppe und einen Tageshit zur Auswahl. In der Vitrine findet man hausgemachte Sandwiches und feine Birchermüesli. Verschiedene Desserts und handgefertigte Gebäcke runden die Auswahl ab. Das ganze Angebot gibt es auch als Take-away. Das La Cantina ist aber auch ein Eventlokal (im Sommer mit Terrasse). Es kann privat gemietet werden, falls einmal ein grösseres Fest ansteht. Zur Wahl stehen abwechslungsreiche Apéros, vom Landrauchschinken-Spiessli bis zum asiatischen Gemüsesalat. Weiter gehts mit einer grossen Menüauswahl vom Flying Dinner bis zum Desserbuffet. Es finden bis zu 100 Personen Platz, die durch das Team der Gastronomie verwöhnt werden.
Nebst dem Restaurant wird auch die Cafeteria Q betrieben, welche sich im Wohnzentrum Spitzmatt im Kunzareal in Unterwindisch befindet. Die Cafeteria Q ist der ideale Treffpunkt im Quartier für Kaffeepausen oder zum Mittagessen, im Sommer auch draussen auf der Q-Terrasse.
Für ganz Süsse empfehlen sich die verschiedenen Backwaren und Schokoladenspezialitäten der hauseigenen Konditorei-Confiserie. Die Backstube liegt etwas versteckt neben dem La Cantina. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung erhielt ich vor ca. drei Jahren das Angebot, in der Konditorei-Confiserie während drei Monaten bei den Weihnachtsvorbereitungen mitzuhelfen. Ein herzliches Team mit Konditorin Lucia Meyer wurde mir vorgestellt. Mir war dabei nicht bewusst, in welcher Dimension Weihnachtsguetzli in sorgfältigster Handarbeit dieses Haus verlassen. Das ganze Sortiment ist sehr vielseitig, von Torten bis zu Truffes wird hier alles produziert. Die Schokoladenspezialitäten gehören zu Lucia Meyers Lieblingsbeschäftigung. Knackerli, Sternenpralinés, Branchli, Truffes und sogar ein Schokoladen- Adventskalender: alles Eigenkreationen, die mit viel Hingabe hergestellt werden. Professionelles Handwerk mit Leidenschaft.
Die Schokoladenbranchli oder die Urdinkel-Guetzli (Spezialität des Hauses) werden dann alle von Hand einzeln eingepackt (Geschenkschachteln werden in der Papierwerkstatt produziert) und in die ganze Schweiz verschickt. Im regionalen Coop ist das Weihnachtsguetzlisortiment erhältlich. Oder man sitzt im luzernischen Château Gütsch, geniesst die schöne Aussicht und erhält zum Kaffee ein knuspriges FARO-Guetzli serviert.
Kreativ geht es – nomen est omen – in der Kreativ-Werkstatt zu: Neben 90 Wohnplätzen bietet die Stiftung auch 120 geschützte Arbeitsplätze an verschiedenen Standorten an. Unterstützt werden Ausdauer, Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und soziale Integration. Martin Pauli (Leiter Werkstätten) liess uns hinter die Kulissen schauen. Dabei waren wir von der Vielseitigkeit, Kreativität und Professionalität sehr beeindruckt. Wie auch von den handgezeichneten Karten, jede ein Unikat. Falls nicht die passende Karte dabei ist, können Karten auch nach Wunsch individuell gestaltet werden. Keine Zeit für den Versand? Auch das wird hier übernommen. Unglaublich, dieses riesige Spektrum an Services. Das dachte sich auch eine Influencerin, die ihre Produkte an die Stiftung ausgelagert hat. Die Stiftung kümmert sich dabei um Lagerung, Verpackung/Logistik und den Versand. Winwin für beide Parteien.
Auch sehenswert sind die gegossenen Kerzen. Hier arbeitet man mit einem Künstler zusammen. Martin Schenk lässt seine schönen Kerzen in seinen eigenen Formen in der Stiftung FARO giessen. Aber auch eigene Kreationen werden für den Onlineshop und den Weihnachtsmarkt hergestellt. Ebenfalls spannend sind die Reglass-Produkte – ein kreatives Upcycling. Die Mitarbeitenden am geschützten Arbeitsplatz sammeln und reinigen Glasflaschen, die anschliessend im Ofen auf selbst hergestellte Formen geschmolzen werden. Jedes Stück ist einzigartig, da jede Flasche anders schmilzt. Mit weiteren Glasflaschen werden auch Trinkgläser oder Windspiele hergestellt. Die Vielseitigkeit ist im Onlineshop ersichtlich.
Fazit: Wir verbrachten einen sehr eindrücklichen Tag und erlebten hautnah mit, wie viel Herzblut in diese Stiftung fliesst und wie die engagierten Mitarbeitenden stetig neue Projekte und Ideen entwickeln. Wer hier verweilt, der versteht, was alles möglich wird, wenn Menschen einander Raum, Vertrauen und Wertschätzung schenken. Die Stiftung FARO ist ein Ort der Begegnung, ein Leuchtturm, der Orientierung und Sicherheit schafft. So unscheinbar FARO von aussen wirkt, so sichtbar ist die Stiftung auf dem Markt. Kaum eine Sozialeinrichtung in der Schweiz bietet ein solch breites Angebot an Beschäftigungen und individueller Bereitschaft. Mit einer Spende oder einem Legat unterstützt man die Stiftung dabei, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung einzugehen.
Spenden werden unter anderem für Folgendes verwendet:
- Unvergessliche Freizeitaktivitäten und Ferien für Bewohnerinnen und Bewohner
- Geräte, Maschinen und ergonomisches Mobiliar für Klientinnen und Klienten an geschützten Arbeitsplätzen