Pinot Noir – facettenreiche Eleganz

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Pinot Noir – facettenreiche Eleganz

Ein Burgunder, der die Welt eroberte und schon früh in der Geschichte Erwähnung fand. Ob es die römischen «Schreiber» (1. Jahr n. Chr.) waren, die Reben beschrieben, die von den Römern ins Burgunderland gebracht wurden und als Ursprung der heute bekannten Sorte Pinot Noir gelten? Oder wars die überlieferte Erwähnung im Erlass des Herzogs Philipp des Kühnen (1395), welche dem edlen Pinot per Gesetz den Vorrang für den Anbau gab und somit die Rebsorte Gamay verbot? Infolge dieser frühen Erwähnungen geht man heute davon aus, dass diese weltbekannte Sorte aus dem Burgund stammt. Sicher sagen kann man, dass sie eine der ältesten kultivierten Rebsorten Europas ist.

Redaktor/in Tom Guldimann / CEO Walhalladrinks AG

Durch die sehr dicht aneinanderwachsenden und sehr dunklen Trauben ähnelt die Optik des Traubenbündels einer Kiefer. Was rasch die Namensgebung klärt – französisch «pin» für Kiefer und «noir» für schwarz. Ja, manchmal kann Wein so einfach sein. Auch die Verbreitung überrascht nach kurzem Innehalten nicht, so waren es die Benediktiner- und Zisterziensermönche, die durch ihre Klostergründungen in ganz Europa und durch Mitnahme von Stecklingen den Anbau des Pinot Noir verbreiteten. Sie rodeten Wälder, legten Parzellen an bester Lage an und schufen so unter anderem auch die Lagenklassifizierung. Der Ursprung des heutigen Burgunder-Terroir-Systems war geboren.

Die Mönche benötigten täglich Messwein, so verbreitete sich der Pinot Noir rasch vom Burgund
aus in Richtung der Champagne und nach Deutschland und in die Schweiz. Im deutschsprachigen
Raum wurde der Name der Rebe kurzerhand mit Blauburgunder übersetzt – aufgrund der Herkunft
aus dem Burgund und der dunkelblauen Beeren. Aber nicht nur das beschreibt die Vielseitigkeit und
die Wichtigkeit dieser Rebsorte. Sie ist auch die genetisch einflussreichste Sorte. So zeigt der WEIN
48 | Einfach Kochen | 03-2026 Bild Adobe Stock | makasana photo Stammbaum des Pinot Noir klar den Ursprung für die Sorten Pinot Gris (Grauburgunder), Pinot Blanc (Weissburgunder) oder Pinot Meunier auf.

Somit dürfen wir nun, natürlich mit einem Glas Pinot Noir in der Hand, das Zwischenfazit ziehen, dass die Pinot-Noir-Rebe wahrhaftig grosse Wirkung auf die Geschichte des Weinbaus hatte. Sei dies die frühe Erwähnung, der Einfluss auf die noch heute gängige Praxis im Rebberg oder der Ursprung vieler heute geliebter Sorten.

Und als wäre das nicht genug, prägte der Pinot Noir auch die Vielseitigkeit des Weins im Glas. Hier haben die Mönche schon früh erkannt, dass je nach Boden, Witterung und Machart sehr unterschiedliche Pinots entstehen. Natürlich kann man dies auch über viele andere Sorten sagen. Aber durch die weltweite Verbreitung und also die grossen Einflüsse der regionalen Herstellungspraktiken ist der Pinot Noir wohl einzigartig. Rasch denken wir bei Pinot Noir an Rotwein, mit einem hellen, glänzenden Rot, eleganten, eher mittelkräftigen Aromen von Kirschen und Erdbeeren und weichen Tanninen. Die Vielseitigkeit kommt bereits zum Tragen, wenn wir Pinots Noirs aus zwei Schweizer Anbaugebieten, dem Wallis und der Bündner Herrschaft, vergleichen. Dasselbe Land und doch so unterschiedlich. Die Liste sensationeller Pinots Noirs würde hier den Rahmen sprengen. Doch der Vielseitigkeit nicht genug, hinterlässt der Pinot Noir, wie bereits erwähnt, auch seine grosse Wirkung in der Champagne. Denn aus seinem Traubensaft entstehen nicht nur weltbekannte grosse Rotweine, der Pinot Noir schrieb und schreibt auch Geschichte für die Champagner-Klassifizierung Blanc de Noir.

Ob im Glas, im Gaumen oder in der Geschichte – der Pinot Noir hinterlässt grosse Wirkung.

Santé & Prost

 


 

Grendelmeier Pinot Noir
Das ist der Vertreter der Bündner Herrschaft: Der Grendelmeier Pinot Noir überzeugt mit einer hellen, rubinroten Farbe und eleganten, nicht zu aufdringlichen Erdbeer-Himbeer-Noten in der Nase, gefolgt von einer spannenden Würze und einem weichen, runden Abgang. 

 

 

Réserve des Administrateurs Pinot Noir
Der Réserve des Administrateurs Pinot Noir aus dem Wallis präsentiert sich mit einem dichteren, hellen Rubinrot, Kirsch-Erdbeer-Noten in der Nase und einer ebenfalls schönen Würzigkeit, der
Abgang ist voll und weich. Beides sehr typische Pinots Noirs und doch so unterschiedlich; somit liegt die Bevorzugung im Gaumen des Geniessers.

 

Premier Cru Blanc de Noir von Louis Nicaise
Der Premier Cru Blanc de Noir von Louis Nicaise ist ein Champagner mit klarer Struktur und kraftvollem Ausdruck, mit wohltuenden Aromen von Feigen, etwas Ingwer und Caramel sowie der Frische einer Orange. Die schöne Perlage in diesem aus Pinot Noir gekelterten Champagner lässt weitere Duftnoten wie Aprikose und geröstetes Brot in die Nase strömen und hinterlässt im Gaumen eine lange Frische, gefolgt von einem runden und langen Abgang.


 

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